Peritonealdialyse

Bei der Peritonealdialyse (PD) übernimmt das gut durchblutete, halb durchlässige Bauchfell die Funktion der Nieren als körpereigene Filtermembran. Mit Unterstützung einer sterilen Dialyselösung wird das Blut in der Bauchhöhle von giftigen Substanzen gereinigt und überschüssiges Wasser entfernt.

Wie funktioniert die PD?

Bei der Peritonealdialyse wird eine sterile Dialyselösung über einen Katheter in die Bauchhöhle eingelassen. Die Flüssigkeit entzieht dem Blut die ungewollten Stoffwechselabbauprodukte und nutzt das halb durchlässige Bauchfell als körpereigene Filtermembran.

Auch bei der Peritonealdialyse muss auf eine dialysegerechte Ernährung geachtet und die Flüssigkeitszufuhr beschränkt werden. Die Einschränkungen sind jedoch nicht so groß, da die Behandlung täglich durchgeführt wird. In den meisten Fällen wird die PD als Heimdialyse gemacht, so dass Patienten nicht dreimal wöchentlich ein Dialysezentrum aufsuchen müssen. Die Peritonealdialyse gibt es auch als nächtliches Verfahren, was es dem Patienten u.a. leichter macht, tagsüber berufstätig zu sein, zur Schule zu gehen oder zu verreisen.

Automated peritoneal dialysis (APD): Bei der APD als Heimdialyse wird der Flüssigkeitsaustausch durch eine Maschine, den sog. Cycler, durchgeführt. Die meisten PD-Patienten entscheiden sich für die Behandlung mit einem Cycler, weil sie über Nacht erfolgt und der Patient so tagsüber seinen beruflichen und privaten Aktivitäten nachgehen kann.

Bei der APD steht der Cycler neben dem Bett des Patienten. Jede Nacht schließt der Patient seinen dünnen, flexiblen PD-Katheter an ein Schlauchsystem an. Dieses System ist mit den Beuteln des Geräts verbunden. Der Austausch erfolgt automatisch über Nacht. Der Cycler ist so programmiert, dass er über einen Zeitraum von acht bis zehn Stunden drei bis fünf Wechsel vornimmt. Die meisten Patienten gewöhnen sich schnell daran, zu schlafen, während Sie am Dialysegerät angeschlossen sind. Am nächsten Morgen koppelt sich der Patient von der Maschine ab und macht den Katheter mit einer Verschlusskappe zu. Manche PD-Patienten belassen einen Teil der Flüssigkeit tagsüber in der Bauchhöhle und spülen sie aus, wenn sie sich abends an den Cycler anschließen. Andere lassen ihren Bauchraum tagsüber leer. Manche Patienten müssen zusätzlich zur nächtlichen APD tagsüber einen manuellen Beutelwechsel machen.

Ihr Arzt unterstützt Sie bei der Entscheidung für das für Sie passende Verfahren.

Wie häufig wird die Peritonealdialyse durchgeführt?

Die Peritonealdialyse wird täglich durchgeführt und erfolgt entweder tagsüber manuell oder über Nacht durch den Cycler.

Vor- und Nachteile der Peritonealdialyse

Vorteile:

  • Die Peritonealdialyse (PD) bietet den Vorteil, dass sie zu Hause oder am Arbeitsplatz durchgeführt werden kann ohne dass der Besuch eines Dialysezentrums erforderlich ist.
  • PD-Patienten können sich ihre Zeit somit flexibel selbst einteilen.
  • Das ermöglicht ihnen weiterhin berufstätig zu sein, zur Schule zu gehen oder zu verreisen.
  • Im Urlaub kann der Patient sich die Dialyselösung an sein Urlaubsziel schicken lassen.
  • Die meisten PD-Patienten müssen lediglich ein- bis zweimal im Monat zur Kontrolle ins Dialysezentrum.
  • Da die Peritonealdialyse täglich durchgeführt wird, sind die Ernährungseinschränkungen geringer als bei anderen Verfahren.

Nachteile:

  • Da die Dialyselösung Dextrose (Zucker) enthält, kann es zu einer Gewichtszunahme und zu Problemen bei der Blutzuckereinstellung kommen. Falls Sie Diabetes haben oder übergewichtig sind, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob die PD für Sie infrage kommt.
  • Falls in der Vergangenheit bei Ihnen bereits Bauch-OPs durchgeführt wurden, ist die PD möglicherweise kein geeignetes Verfahren für Sie, da das Bauchfell dabei als körpereigene Filtermembran dient.
  • Manche Menschen empfinden den Bauchkatheter und Flüssigkeit im Bauchraum als unschön.
  • Eine Infektion im Katheterbereich ist nicht häufig, kann aber auftreten. Ihr Arzt wird Ihnen zeigen, wie Sie einer Infektion durch entsprechende Hygienemaßnahmen vorbeugen können. Auch die Gefahr einer Peritonitis – einer Entzündung des Bauchfells – besteht. Diese kann sehr schmerzhaft sein und erfordert in schwerwiegenden Fällen einen Krankenhausaufenthalt.
  • Die Materialien für die PD müssen zu Hause aufbewahrt werden. Für die Durchführung der Behandlungen ist außerdem eine sterile Umgebung erforderlich.

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